Berlin Festival 2009 - Konzert-Bericht

Sonntag, 9. August, 2009
von Popwolf

Nach einem Jahr Pause mal wieder ein Berlin Festival. Die Locationwahl mit dem Flughafen Tempelhof war eine kleine Sensation, aber auch ein Wagnis.

Denn so cool es war im Flughafengebäufe einzuchecken, so unglücklich stellte sich die Örtlichkeit für den Sound dar. Vor der Hauptbühne in einer großen Halle knapp 300 Meter vom Hauptgebäude entfernt, war der Klang dermaßen verhallt, dass es wenig Spaß machte. Insbesondere die Bässe stellten sich hier als Riesenproblem dar. Glück für Pete Doherty: der kam ganz ohne Band aus, was seinen Auftritt zum angenehmsten auf der Main Stage machte. Vor der zweiten Bühne war die Situation etwas entspannter, wenn auch lange nicht optimal. Hätte man sich aber auch bei einer Ortsbesichtigung vorher denken können, dass so große Gebäude für die Akustik nicht unbedingt förderlich sein müssen.

Ansonsten wollte kaum echte Festivalstimmung aufkommen. Schönes Sommerwetter, okay, aber kein Rasen zum Sitzen (die weiten Felder des Geländes waren abgesperrt), und ohne Campingzwang wirkt das Ganze halt doch eher wie ein überlanger Konzertabend.

Hier trotzdem mal ein paar Eindrücke von Bands beim Berlin Festival 2009:

Tag 1

Dear Reader: Ein erster Höhepunkt. Wuchtiger Sound trotz weniger Instrumente. Hatte Gänsehaut.

Bodi Bill: Schön auch dank parallel untergehender Sonne. Dazu wurde von der Band die berechtigte Frage gestellt: “Wer hat eigentlich den Bratwurstgeruch mitgebracht?”

Saint Etienne: Kommentar eines Fremden neben mir: “Ist das deren Ernst? Ist ja total langweilig.” Hatte er recht. Selten so wenig Show und Esprit gesehen.

Pete Doherty: Er kam. Er war sogar pünktlich. Nicht ganz nüchtern natürlich. Er schwankte, aber er fiel nicht. Im Hintergrund zwei Ballerinas, vorne nur Pete und seine Gitarre. Das Set mit Songs aus allen Schaffensphasen über eine Stunde lang. Und kein Skandal. -> mehr Pete Doherty Konzerte 2009

Tag 2

The Thermals: Schön energisch, kurz und prägnant.

The Rifles: Konnten erstaunlich viele Leute auf sich vereinen - bei den nachfolgenden Acts auf der Hauptbühne war’s auch kaum voller. -> mehr Rifles Konzerte 2009

Zoot Woman: Back to the 80s. Deutlich rockiger als auf Platte, aber hätte ruhig noch doller sein dürfen. -> mehr Zoot Woman Konzerte 2009

Jarvis Cocker: Überzeugte eher durch seine grandiosen Fähigkeiten zur Kommunikation und die Selbstinszenierung denn durch die Songs. Die neuen rocken immerhin ganz gut. Fast schon eine Frechheit, zumindest aber reichlich dumm war die Ansetzung parallel zu…

Bonaparte: …, denn die Berliner machten ebenfalls showmäßig - bekanntermaßen - einiges her. Mit Tierkostümen, Federkissen ins Publikum schütteln etc. Das Publikum teilte sich nach meiner Einschätzung ca. 60/40 Richtung Bonaparte auf. Armer Jarvis.


Tags:Berlin Festival, Bodi Bill, Bonaparte, Dear Reader, Jarvis Cocker, Pete Doherty, Saint Etienne, The Rifles, The Thermals, Zoot Woman

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3 Kommentare to “Berlin Festival 2009 - Konzert-Bericht”

  1. javic

    Das ist keine Kritik!
    Zugegeben der Sound war mies, aber bis auf Saint Etienne war der Rest ziemlich lahm …

    #1210
  2. Michael Schuck

    So liebe Veranstalter des Berlin Festivals 2009. Kurz und prägnant: Scheißsound ( hatte Geldzurückqualität), Preise waren fürs Festival ok aber solche Leute wie Pizza Mario die für gefüllte Steinpizza 4 euro verlangen muss man da nächstes Jahr nicht mehr haben. Aus der grandiosen Location nichts gemacht. Schade trotz Meltmacher ins Boot geholt ziemlich verkorkster Start in Tempelhof. Komme nächstes Jahr wieder um die Verbessrungen zu betrachten. Viel Glück dabei, denn das Line-Up kann sich sehen lassen. lg michael

    #1304
  3. Lotte Lenya

    Unglaublich…ihr habt alle who made who verpasst….das war sowas von gut. Aber die jungs allein konnten es auch nicht reißen.

    #1323

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